Still

Hier auf meinem Blog ist es in den letzten Wochen und Monaten sehr still geworden…

Ich habe immer mal wieder darüber nachgedacht, warum ich mir nicht mehr die Zeit zum Schreiben nehme. Zuerst habe ich gedacht, dass mir Instagram im Weg wäre, da es dort so viel schneller geht, einen Gedanken oder ein Statement zu posten. Doch nach einer paar Wochen Instagram Detox (ich habe die App deaktiviert…) habe ich gemerkt, dass dies nicht der Grund ist.

Ich schreibe nach wie vor sehr gerne, doch ich benötige es nicht mehr so sehr wie etwa noch vor einem Jahr um meine Persönlichkeit, meine Wünsche und Bedürfnisse auszudrücken. Das Schreiben hat mir geholfen, meine Schale zu knacken und mich Schritt für Schritt mehr zu öffnen. Ich verstecke mich nicht mehr, schauspielere nicht mehr und versuche nicht mehr ganz anders zu sein, als es meinem Naturell entspricht nur um mich nicht mehr anders zu fühlen….

Das gelingt mir nicht immer aber meistens. Ich bin sehr froh, dass ich hier auf meinem Blog für mich wichtige Themen wie Hochsensibilität, Introvertiert-sein, Migräne und Nahrungsmittelunverträglichkeiten ansprechen konnte. Doch für den Moment merke ich, dass dieser Blog eine Pause benötigt. Ob es eine kurze, eine lange Pause wird oder ob ich einiges komplett umgestalten werden, das weiß ich noch nicht.

Ich lasse mir hierfür gerne Zeit und vertraue auf mein Bauchgefühl…

Liebe Grüße Daniela

Nahrungsmittelallergien und Intoleranzen… meine persönliche Histamingeschichte

Mit schlotternden Knien, schwitzigen Händen und einem viel zu schnell klopfendem Herzen sitze ich auf dem Stuhl im Arztzimmer und warte. Die Arzthelferin hat gerade meinen Blutdruck gemessen und der ist, wie so oft sobald ich eine Arztpraxis betrete, zu hoch. Weißkittelsyndrom nennt man das…

Vor mir auf dem Tisch liegt ein Zettel – vollgeschriebenen mit Beschwerden, die mir schon längere Zeit zu schaffen machen und die – laut meiner Internetrecherche – alles Symptome einer Histaminintoleranz sind.

  • Kopfschmerzen und Migräne
  • Blähungen, Durchfall, Verstopfung, Rumoren, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Magenstechen, Sodbrennen
  • häufig verengte und rinnende Nase (Fließschnupfen)
  • ständige Halsschmerzen
  • Schwindel
  • Hitzegefühl
  • Augenbrennen und geschwollene Augenlider
  • Herzrasen
  • PMS, Menstruationsbeschwerden
  • starke Müdigkeit

Der Arzt kommt herein, begrüßt mich und setzt sich hinter seinen Schreibtisch. Ich erzähle ihm von meinen immer wiederkehrenden gesundheitlichen Problemen und meiner Vermutung, dass eine Histaminintoleranz der Auslöser dafür sein könnte.

Ganz ehrlich… er scheint nicht so begeistert von meinen Nachforschungen zu sein, auf die ich eigentlich so stolz gewesen bin, da mir endlich ein möglicher Grund offenbart wurde, warum ich so oft, teilweise ständig und manchmal auch ganz plötzlich von den oben aufgeführten Beschwerden heimgesucht werde.

Es ist Oktober 2012 und Nahrungsmittelallergien und Intoleranzen sind noch nicht ganz so präsent und in aller Munde wie heute  7 Jahre später. So ein bisschen habe ich das Gefühl, der Arzt ist mit meiner Liste überfordert und mit Histamin scheint er sich auch nicht so wirklich gut auszukennen. Deshalb bekomme ich erstmal eine Überweisung für einen Laktose- und Fruktoseatemtest in einer gastroenterologischen Praxis.

Laktoseintoleranz war auch damals schon ein Thema und in den Supermärkten gab es nach und nach immer häufiger laktosefreie Milch und Joghurt. Von einer Fruktoseintoleranz hatte ich allerdings noch nicht gehört bzw. mich noch nicht näher damit beschäftigt.

Bingo… genau diese Fruktoseintoleranz war dann das Ergebnis meines Atemtests und mit der Unterstützung einer Ernährungsberaterin sollte ich nun eine 4 wöchige Auslassdiät machen – das heißt ich verzichte in dieser Zeit auf alle fruktosehaltigen Lebensmittel – hauptsächlich Obst, aber eben auch normalen Haushaltszucker, Honig und Co!

Erlaubt zum Süßen ist Traubenzucker und als absolute Naschkatze bekomme ich glücklicherweise von meiner Ernährungsberaterin einige entsprechende Kuchenrezepte…

Außerdem habe ich über einen Online-Handel noch einige mit Traubenzucker gesüßte Kekse und Ovomaltine nach dem Schweizer Orginalrezept – fruktosefrei – geordert! Ich liebe nämlich heiße Schoki bzw. heiße Ovo und es erinnert mich dann immer ein bisschen an unsere Skiurlaube in der Schweiz!

Wir haben mittlerweile kurz vor Weihnachten und im Nachhinein weiß ich gar nicht mehr, wie ich die Adventszeit so ganz ohne Lebkuchen und Plätzchenbacken überstanden habe… Okay, komischerweise hatte ich während meiner Auslassdiät gar nicht unbedingt Heißhunger auf Süßes – sondern auf Fleisch und Wurst, was eigentlich völlig untypisch für mich ist! Ich bin zwar kein Vegetarier, esse aber eher selten Fleisch und Wurst.

Es ist Sonntag der 23. Dezember und wir haben eine Spinatlasagne mit Parmesankäsekruste zum Abendessen vorbereit. Die Zutaten sind alle fruktosearm, also auch während meiner Diät kein Problem für mich. Ich liebe Spinatlasagne und an diesem Abend schmeckt sie auch wirklich besonders gut!

Doch schon während der Nacht bekomme ich immer mehr Kopfschmerzen , mir wird richtig, richtig übel sodass sich daraus eine heftige Migräne entwickelt – die leider erst am 2. Feiertag besser wird…

Heiligabend habe ich mehr oder weniger im Bett verbracht und seitdem nie mehr eine Spinatlasagne angerührt!

Für mich und auch für meine Ernährungsberaterin war nun aufgrund dieser heftigen Reaktion auf die Lasagne eindeutig, dass Histamin bei mir sehr wohl eine Rolle spielt und mein Körper ein zuviel an Histamin nicht abbauen kann – Spinat und Parmesankäse sind nämlich beide sehr, sehr histaminlastig und eigentlich ein no-go bei einer entsprechenden Intoleranz!

Viele Menschen reagieren auf Histamin mit einem juckendem, quaddeligen, roten Ausschlag – das hatte ich schon viele Jahre nicht mehr, dafür aber interessanterweise sehr häufig vor meiner ersten Schwangerschaft (2002). Auch damals konnte kein Arzt mir eine genaue Diagnose geben, warum oder gegen was ich allergisch reagiere.

Bei mir sind die im Vordergrund stehenden Beschwerden immer Kopfschmerzen, Übelkeit, Durchfall und mehr oder minder ausgeprägt alle anderen Symptome meiner weiter oben aufgeführten Liste.

Die Histaminintoleranz konnte bei mir im Laufe der Jahre nie 100 % von ärztlicher Seite diagnostiziert werden. Ein Urintest war negativ und ein Biofeldtest (wissenschaftlich umstritten) bei eine Heilpraktikerin brachte alle möglichen Allergien und Intoleranzen zum Vorschein, wobei Histamin auch dazu gehört hat, allerdings nicht so stark ausgeprägt.

Was genau ist denn nun eigentlich eine Histaminintoleranz?

Ich fange mal mit den Basics an:

Histamin ist ein natürlicher Stoff, der in verschiedenen Zellen des menschlichen Körpers gebildet wird und im Organismus als Botenstoff oder Neurotransmitter dient.

Das heißt, Histamin ist z. B. für die Abwehr von allergischen Reaktionen, für die Wundheilung, die Bildung von Magensaft, die Peristaltik im Verdauungstrakt, die Regulation der Körpertemperatur und des Blutdrucks zuständig.

Ein Zuviel an Histamin – durch histaminreiche Ernährung – wird normalerweise durch das Enzym Diaminoxidase (DAO) im Dünndarm abgebaut. Bei Menschen mit einer Histaminintoleranz liegt ein Mangel an DAO vor – das heißt, das überschüssige (durch die Nahrung aufgenommene Histamin) kann nicht abgebaut werden und gelangt durch die Darmschleimwand in die Blutbahn.

Das überschüssige Histamin in unserem Körper wird meist schlagartig freigesetzt. Ursache hierfür können körperliche Anstrengung, seelischer Stress, Hormonschwankungen oder kleinere (und größere) Infekte sein. Die Symptome wie Quaddelbildung, Übelkeit oder Schwindel treten dann oft sehr plötzlich auf und ähneln einer allergischen Reaktion. Untersuchungen zeigen jedoch, dass keine Antikörper gebidet werden – deshalb spricht man bei einer Histaminintoleranz auch von einer Pseudoallergie.

Histaminhaltige Lebensmittel sind vor allem solche, die einen Reifungs- oder Gärungsprozess mitmachen – z. B. Käse, Wein oder Essig.

Bei mir ist es so, dass ich jungen Käse wie Gouda oder Morzarella gut vertrage, auf Alkohol verzichte ich seit einigen Jahren komplett und mit Essig (im Salatdressing) habe ich so meine Probleme….

Zum Glück gibt es das Enzym DAO in Tablettenform – eine halbe Stunde vor der entsprechenden Mahlzeit einnehmen und das Zuwenig an DAO sollte ausgeglichen sein, sodass überschüssiges Histamin abgebaut werden kann und die Symptome ausbleiben.

Histamin ist für mich der schlimmste Migränetrigger. Ich verzichte auf einiges und kenne meinen Körper mittlerweile ganz gut, sodass ich oft weiß, welche Lebensmittel okay sind und welche nicht. Auch die Fruktoseintoleranz spielt bei mir immer noch eine Rolle und ich vertrage bestimmte Obstsorten nur in kleinen Mengen . Das ist nicht immer einfach, wenn man Erdbeeren z. B. sehr gerne ißt, aber schon nach 3 Stück der Bauch anfängt zu grummeln…

Ich habe keine Patentlösung, doch mittlerweile so einige Dinge in meinen Alltag integriert, die das Leben mit Allergien und Intoleranzen ein bisschen „erträglicher“ machen – davon berichte ich gerne beim nächsten Mal!

Liebe Grüße Daniela

Meine Infos habe ich hauptsächlich entnommen aus dem Buch „Histamin – Genießen trotz Unverträglichkeiten“ von Heide Steigenberger aus dem Kneipp Verlag

Ich wäre dann mal soweit…

Es ist Ende August, in den nächsten Tagen soll die 30 Grad Marke nochmal geknackt werden… ist ja ganz nett, aber ganz ehrlich – 10 Grad weniger wären mir lieber, denn ich freue mich schon so richtig auf den Herbst und wäre dann sowas von bereit für Kürbissuppe und das Geknister von Feuer im Holzofen!!!

Ich sitze hier in Jeans, Langarmshirt und Socken und finde es herrlich bequem. Morgens ist es so schön frisch, teilweise noch nebelig und die Luft so angenehm kühl. Der Spätsommer läutet den Herbst ein und ich mag diese Zeit wirklich sehr!

Meine Energie kommt so langsam zurück. Vielleicht würde mir eine Art Sommerschlaf gut tun, denn in dieser Zeit merke ich immer ganz besonders, wie wenig ich das heiße Wetter und das große Schwitzen mag. Das liegt natürlich auch an meinem sensiblen Migränegehirn, das es am liebsten gemäßigt mag und leider zum Beispiel auch auf starkes Schwitzen mit einer Attacke reagiert, Deshalb verzichte ich dann schweren Herzens auf meine liebgewonnenen Joggingrunden bzw. sie werden immer kleiner und kürzer – und im Herbst muss ich mich wieder umso mehr anstrengen, da meine Ausdauer gegen Null tendiert…

Aber nein, so ein bisschen mag ich den Sommer ja doch!

Es gibt auch Schönes – schon morgens auf der Terrasse frühstücken, abends gemütlich mit der Familie grillen, im Liegestuhl lesen oder einfach nur mit geschlossenen Augen in der Sonne träumen, frische Beeren im Garten ernten und natürlich in den Urlaub fahren!

Meine Familie und ich, wir wollten in diesem Jahr unbedingt so gerne mal wieder nach Frankreich und Italien und da wir uns nicht so recht entscheiden konnten, haben wir gleich beides miteinander kombiniert.

Eine Zwischenübernachtung in Aix les bains, 4 Tage Verdonschlucht mit Tretbootchen fahren und Baden im Lac de Saint Croix, 4 Tage Côte d’Azur im „Hinterland“ von Antibes, 4 Tage ligurische Küste in Italien und zum Schluss noch eine Zwischenübernachtung in Lindau….

Nein, ich werde hier keine Fotos hochladen, aber ich schreibe euch meine persönlichen Highlights….

🔹Ganz entspannt und bequem in der wirklich kleinen französischen Ferienwohnung im Bett liegen und dem Gespräch der französischen Nachbarn lauschen, die es sich mit einem Gläschen Wein draußen auf der Gasse gemütlich gemacht haben. Nein, ich verstehe mit 4 Jahren Schulfranzösisch kaum ein Wort der Gespräche, liebe aber den Klang und die Melodie der Sprache – das ist besser als jede Meditation!

🔹Am schönsten finde ich die kleinen unscheinbaren Orte mitten im Hinterland ohne großartitige Touristenattraktion dafür umgeben von wunderschöner Natur und einem Café im Ortskern, wo sich Einheimische und die wenigen Touristen treffen, einen Kaffee trinken, dem Plätschern des Brunnens lauschen und die umhersteunenden Hunde und Katzen beobachten!

🔹In Italien nach einer leckeren Pizza noch ein wenig über die Uferpromenade schlendern. Abends um 9 oder 10 Uhr bei immer noch angenehmen 25 Grad – ohne Schweißausbrüche einfach nur dem Treiben zugucken!

Das waren neben dem leckeren Essen, dem Baden im Meer und dem allabendlichen Romméspielen mit der Familie meine Highlights!

Deshalb bin ich jetzt sowas von bereit für den Herbst – freue mich auf Joggingrunden, die den Namen dann auch verdient haben, die bunten Farben der Herbstblätter, Spazierengehen im Wind, Kürbisgerichte und das Geknister im Holzofen…

Liebe Grüße Daniela

Inseln schaffen…

Manchmal bin ich gerne unter Menschen, ich mag es durch die Fußgängerzone zu schlendern, im Café, Restaurant oder im Biergarten zu sitzen und ich bin gerne Gast oder auch Gastgeber, wenn es etwas zu feiern gibt – oder auch einfach so ohne Grund…

Allerdings ist meine „Genuss-Spanne“ meist viel kürzer als bei anderen. Mein sensibles Gehirn nimmt so viele Reize – Dinge und Emotionen – wahr, verarbeitet und analysiert diese gleichzeitig, sodass wir beide (mein Gehirn und ich) schnell überfordert sind und eine Pause benötigen!

Mittlerweile kenne ich mich und meinen Kopf ganz gut und weiß, wie wichtig diese kurzen Pausen für uns sind. Mir diese kurzen Pausen zu gönnen, nenne ich „Inseln schaffen“, kleine Auszeiten im Alltag, um bewusst inne zu halten, achtsam zu sein und mich auf MICH zu konzentrieren.

Ich bin nicht unbedingt die typisch still in der Ecke sitzende Introvertierte, die ihren Mund nicht aufbekommt. Nein, ich mag Smalltalk manchmal sogar recht gerne, kann auf Menschen zugehen und mich unterhalten. Wichtig für mich ist, dass ich die Möglichkeit habe, mich zurück zu ziehen, wenn ich merke dass mein Kopf wieder Karussell und Achterbahn gleichzeitig fährt. Ja, und mir dann kleine Inseln schaffen kann, die das überforderte Gehirn braucht, zum Innehalten und Auftanken von Energie und Sauerstoff.

Am besten geht das in einer reizarmen Umgebung. Deshalb gehe ich wenn mal wieder viel um mich herum los ist einfach mal so auf Toilette – suche quasi das stille Örtchen, auch wenn ich nicht dringend muss – wasche mir danach bewusst lange die Hände und trockne diese langsam ab – einer meiner kleinen Inselmomente…

Wenn mir Gespräche auf einer Feier zu viel werden – mein Kopf schon zu viel Input hat und kein Speicherplatz mehr frei ist – gehe ich raus aus der Situation und laufe ein paar Schritte, schaue mir etwas an, stelle mich zum Liebsten (da kann ich auch einfach mal so stehen ohne mich am Gespräch beteiligen zu „müssen“) oder helfe z. B. in der Küche.

Solche einfachen, alltäglichen Beschäftigungen wie Spülmaschine ein- und ausräumen schenkt mit und meinem Kopf Klarheit und Struktur, wir müssen dabei nicht nachdenken, die Hände arbeiten automatisch und somit haben wir wieder eine kleine Insel für uns geschaffen.

Hinzu kommt, dass ich absolut schlecht in Multitasking bin – sowas ist der Supergau für mich und ich kann mich letzendlich auf gar nichts richtig konzentrieren, da ich Reize so schlecht filtern kann und auch vermeintlich unwichtigen Dingen zu viel Raum und Zeit schenke. Ich weiß, dass mich solche Situationen überfordern und vermeide sie auch so gut es geht. Aus diesem Grund läuft bei mir zuhause oder im Auto selten das Radio und ich unterhalte mich auch sehr ungerne während ich esse…

Umso wichtiger sind mir meine kleinen Inseln, mich bewusst darauf zu konzentrieren, wie mein Essen schmeckt, mir eine kleine Auszeit gönnen wenn ich Gesprächen nicht mehr folgen kann oder ein paar Minuten draußen an der frischen Luft verweilen und dem Vogelgezwitscher lauschen…

Diese kleinen Inseln können wir uns auf so vielfältige Art und Weise schaffen. Es können nur kurze Momente sein, die nicht viel Zeit kosten, sondern nur ein bisschen Übung und Achtsamkeit, sodass wir sie bewusst wahrnehmen und genießen…

Liebe Grüße Daniela

Ingwertee mit Honig und Zitrone

So ganz genau kann ich es zeitlich gar nicht einordnen, aber mittlerweile sind es wohl schon 6-7 Jahre, dass ich keinen Alkohol mehr trinke…

Warum das so ist und was ausgerechnet die Alkoholgeschichte mit Ingwertee zu tun hat, erfährst du im Laufe dieses Blogpostes!

Denn Tee – und ganz besonders Ingwertee – ist heute mein liebstes Getränk in einer schnieken Bar an der Theke!

Aber jetzt erstmal von Anfang an…

Ich geh mal ganz weit zurück in meine Teeniezeit und meine frühen Zwanziger. Für mich waren das die späten 80er und die 90er Jahre hier bei uns auf dem Dorf. Alkohol spielte damals eine große Rolle. Es war wichtig zu trinken, wenn man zur Clique dazu gehören wollte. Wir haben uns in unserer Dorfkneipe oder auf Festen und Feiern bereits mit 15 mit alkoholischen Mixgetränken vergnügt. Irgendwie war das „normal“ und wurde nicht in Frage gestellt – auch nicht von mir, denn ich wollte ja dazu gehören….

Doch trotz, dass ich eigentlich ganz gut in Übung war, was das Trinken von alkoholischen Getränken betrifft, habe ich es nie besonders gut vertragen! Oft lag ich am nächsten Tag mit einem tierischen Kater flach und habe mich in der Regel auch mehrmals übergeben müssen. Und das ist nicht nur dann passiert, wenn ich wirklich ein paar Gläser zuviel getrunken habe, sondern in einer ziemlichen Regelmäßigkeit! Besonders schlimm war es bei Mixgetränken mit Orangensaft…

Mir war das ziemlich peinlich und unangenehm und ich konnte nicht verstehen, dass andere am nächsten Tag fit waren, obwohl sie offensichtlich mindestens genauso viel getrunken hatten wie ich!

Das ging einige Jahre so und erst nach und nach passte ich mein Trinkverhalten an, sodass diese „Totalausfälle“ quasi nur noch in Ausnahmesituationen vorgekommen sind.

Heute denke ich darüber nach, ob meine Reaktion auf Alkohol mit starker Übelkeit und Kopfschmerzen schon Migräneattacken waren und nicht nur ein „normaler Kater“…

Ich weiß es nicht. Allerdings wäre es wohl ziemlich logisch, dass mein Gehirn schon damals sensibel auf Schlafentzug bzw. einen anderen Schlafrythmus am Wochenende als unter der Woche und eben auch auf den Alkoholkonsum reagiert hat…

Zum Glück bin ich Jahr für Jahr älter und wohl auch vernünftiger geworden. Alkoholische Mixgetränke habe ich kaum noch getrunken. Allerdings hat nun schon ein Glas Rotwein gemütlich mit dem Liebsten auf der Couch gereicht und der vermeintliche „Hangover“ mit starker Übelkeit und Kopfschmerzen hat mich am nächsten Tag begrüßt!

Und wieder war mir es unangenehm, wie oft habe ich versucht die Symptome zu ignorieren „sind ja nur Kopfschmerzen“, aber spätestens wenn der Kreislauf in den Keller geht hilft auch der gute Wille nichts mehr und ich habe mir eine Auszeit im Bett nehmen müssen.

Zu dieser Zeit musste ich dann immer mal wieder eine Verabredung absagen oder konnte nicht mit meinen Kindern von A nach B fahren oder Besorgungen machen, da mich das Glas Rotwein am Vorabend ausgebremst hat. War das Migräne? Ich weiß es nicht…

Eher zufällig habe ich irgendwann einen Artikel über Histaminintoleranz gelesen und erfahren dass Rotwein besonders histaminlastig ist und viele Menschen nach dem Genuss mit Hautrötungen oder Kopfschmerzen reagieren. Von den Hautrötungen bin ich verschont geblieben, aber Kopfschmerzen, ja, die hatte ich regelmäßig!

Daraufhin war ich bei mehreren verschiedenen Ärzten, was ich jetzt gar nicht vertiefen möchte, den hier soll es ja um die „Alkoholgeschichte“ gehen…

Ganz ehrlich, auf das Glas Rotwein mit dem Liebsten auf der Couch, darauf wollte ich nämlich nicht verzichten – deshalb musste ich eine Lösung finden, dass ich ein Gläschen trinken konnte ohne den nächsten Tag mit einem „Totalausfall“ rechnen zu müssen. Beim Stöbern im Internet habe ich histaminfreien Rotwein aus dem Burgenland entdeckt und natürlich gleich bestellt. Geschmacklich war er nicht der Brüller und meine Kopfschmerzen bzw. meine Migräne am nächsten Tag war zwar weniger ausgeprägt, aber sie war da!

Ein Cut, ganz auf Alkohol zu verzichten fiel mir schwer, da es in unserer Gesellschaft dazugehört Alkohol zu trinken und du schnell zum Außenseiter wirst, wenn du immer das Glas Sekt, Wein oder Bier ablehnst und statt dessen Wasser trinkst. Sei es auf dem Betriebsausflug, beim Geburtstagsfrühstück mit Freundinnen oder einfach nur gemütlich in der Kneipe sitzen, Alkohol gehört ganz selbstverständlich dazu und manchmal ist es ja auch schön dieses entspannte Gefühl von einem Glas Wein oder Bier!

Heute nach einigen Jahren ohne Alkohol macht es mir nichts mehr aus in Gesellschaft auf Feiern und Festen mit meinem Glas Wasser dazustehen oder zu sitzen, während der Rest Wein oder Bier trinkt. Ehrlich, ich könnte es mir gar nicht mehr anders vorstellen…. Ich weiß, was mit gut tut und was nicht und Alkohol gehört ganz eindeutig zur letzten Kategorie.

Mein letztes Glas Sekt habe ich vor 6 oder 7 Jahren auf einer Sylvesterfeier nur halb ausgetrunken. Ich wollte nicht unhöflich und kein Spaßverderber sein und hab mir vom Gastgeber einschenken lassen. Den nächsten Tag habe ich ab nachmittags im Bett verbracht – müde war ich nicht, aber Übelkeit und Kopfschmerzen aka Migräne haben „hallo“ gesagt…

Danach war es für mich plötzlich ganz selbstverständlich einen Cut zu machen und auf Alkohol zu verzichten. Und ganz ehrlich, es war und ist nicht schwer, denn ich mache es für mich – es ist Selbstfürsorge und die sollte für uns alle ganz selbstverständlich sein!

Manchmal wenn ich mit dem Liebsten am Wochenende auswärts esse und er danach noch gerne einen „Absacker“ trinken möchte, dann bestelle ich mir einen Tee – am liebsten Ingwertee mit Zitrone und Honig. Gerne darf das in einer tollen „Hipsterbar“ sein oder auch in einer gemütlichen Kneipe auf einer Couch mit Schummerlicht und Musik. Tee geht immer, schenkt mir Wärme und ein wohliges Gefühl und schmeckt fast so gut wie Rotwein!

Liebe Grüße Daniela

Kleine Auszeit

Kennt ihr dieses Gefühl, dass so vieles was ihr immer wieder in Frage gestellt habt oder ihr euch nicht sicher gewesen seid, warum manches bei euch so und nicht anders ist… ja, all das erscheint auf einmal in einem anderen Licht, denn ihr habt einfach so – ohne bewusst danach zu suchen – das fehlende Puzzleteil gefunden!

Plötzlich ist alles ziemlich logisch und macht Sinn und eure Zweifel sind mit einem Blick auf das große Ganze beiseite geschoben!

Vor ein paar Jahren ist es mir schon einmal so ergangen. Damals bin ich eher zufällig über den Begriff „Hochsensibilität“ gestolpert und mir war sofort klar – „das bin ich“ und es hat so gut getan, endlich eine Antwort darauf zu finden, warum ich Außenreize und Emotionen so ungefiltert aufsauge und warum ich mich oft so überfordert und ausgelaugt fühle, wenn ich den ganzen Tag mit Menschen zu tun habe und keine Rückzugsmöglichkeit finde…

Auch wieder eher zufällig habe ich mich vor kurzem zum ersten Mal intensiver mit dem Thema Migräne auseinander gesetzt. Ich dachte ja immer, meine Histaminintoleranz sei der Grund und die Ursache für meine regelmäßigen Migräneattacken. Dabei hatte ich die eigentliche Krankheit Migräne immer außen vor gelassen und wollte mir diesen Schuh nicht anziehen.

Doch die Erkenntnis, dass die Migränebereitschaft genetisch bedingt ist, dass mein Kopf quasi anders tickt und jede Migräneattacke durch eine (kleine) Entzündung im Gehirn ausgelöst wird, hat mich gelernt, noch ein bisschen liebevoller mit mir umzugehen. Ich habe nämlich immer mir die Schuld gegeben, wenn ich wieder mal durch Migräne ausgeknockt war….

Vertiefen möchte ich das Thema Migräne jetzt nicht… vielleicht ein anderes Mal, aber nicht heute. Ich habe in den letzten Wochen eine kleine Auszeit gebraucht, um mein neues Wissen für mich neu zu ordnen. Ich brauche diese Pausen und sie sind mir unheimlich wichtig, denn in meinem Kopf ist während dieser Zeit wahnsinnig viel los und die Gedanken fahren manchmal Achterbahn und Karussell gleichzeitig!

Und genau deshalb gehe ich dann auch noch mal einen Schritt langsamer und konzentriere mich nur auf das, was wirklich wichtig ist. Regelmäßige Mahlzeiten (für mich und meine Lieben… ), ausreichend Bewegung und frische Luft, Ruhe und Entspannung sowie gesunder Schlaf – diese Dinge helfen mir, mein Chaos im Kopf zu bändigen. Alles andere ist nebensächlich und kann warten. Je öfter ich mir dies vor Augen führe, umso entspannter bin ich dabei und lasse die Zweifel los, mehr leisten zu müssen.

Und so genieße ich meine Auszeiten und freue mich umso mehr, heute diesen kleinen Blogbeitrag geschrieben zu haben!

Liebe Grüße Daniela

Sensibelchen im Frühling – Pollen und Co…

Rein optisch mag ich den Frühling wirklich sehr gerne! Ja, es ist wunderschön zu beobachten, wie die Natur langsam aus ihrem Winterschlaf erwacht – alles immer heller, grüner und bunter wird und Tag für Tag mehr Neuigkeiten zu entdecken sind. Die Blumen im Garten und am Wegesrand blühen (und verblühen…) und auch die Bäume fangen an zu knospen und die Blüten brechen eine nach der anderen auf. Bei uns im kalten Spessart dauert das immer ein bisschen länger, aber dafür freue ich mich umso mehr über jede neue Entdeckung beim Spaziergang der bekannten Wege. Ich mag es auch, mich einfach ein paar Minuten raus auf die Terrasse zu setzen – Augen zu, Gesicht Richtung Sonne und dem Vogelgezwitscher zu lauschen – wie eine kleine Meditation!

Optisch und akustisch ist der Frühling also vollkommen in Ordnung und ich mag ihn wirklich sehr gerne!

Aber da gibt es ja noch ein paar andere Sinneswahrnehmungen!

Der Duft nach Frühling ist ein ganz besonderer und ich würde ihn gerne mögen, doch leider aufgrund der Pollenallergie kein besonders angenehmer für mich… Birken-, Pappel- und Weidenpollen schwirren unsichtbar durch die Luft und kribbeln in meiner Nase – und der von so vielen anderen Allergikern – und lassen uns schlecht durchatmen. Ich merke das ziemlich schnell, es fühlt sich an, als würde der Rachen anschwellen und ich versuche dann nur noch durch die Nase zu atmen. Das ist teilweise sehr unangenehm, vor allem wenn man nicht alleine unterwegs ist und sich gerne unterhalten möchte…

Aktuell nehme ich homöopathische Tabletten und benutze regelmäßig Augentropfen gegen die allergischen Symptome. Allerdings habe ich in der Vergangenheit auch schon einiges andere ausgetestet. Vor 10 Jahren habe ich eine Hyposensibilisierung gemacht. Dabei wurde mir wöchentlich eine für mich speziell allergieauslösende Substanz vom Hausarzt injiziert. Im ersten Jahr danach waren die Symptome auch wirklich weniger, doch dann nahm alles wieder seinen gewohnten Lauf. Anschließend habe ich versucht durch Akupunktur bei einem Heilpraktiker Hilfe zu bekommen. Doch irgendwie bin ich so gar nicht mit der Akupunktur zurecht gekommen, habe extrem sensibel reagiert und war danach kreislaufmäßig immer ziemlich durch den Wind… In den letzten Jahren versuche ich im Frühjahr und Sommer bewusst einige Regeln für mich einzuhalten und benutze zusätzlich homöopathische Mittel sowie Augentropfen und Nasenspray.

Die Symptome einer Pollenallergie können sehr unterschiedlich sein, bei vielen fühlt es sich an wie eine richtige Erkältung. Als ich vor einigen Jahren mit meiner Tochter beim Hausarzt war, konnte er die Erkältung und die Allergie jedoch schon allein durch das Aussehen des „Nasenschnodders“ unterscheiden – bei einer Erkältung oder einem Infekt gelb im Gegensatz dazu bei der Allergie klar und durchsichtig! So einfach unterscheiden wir jetzt also immer innerhalb unserer Familie, ob wir uns einen Infekt eingefangen haben oder ob alles wieder mal „nur“ von den Pollen kommt!

Ich liebe übrigens die Regentage im Frühjahr und Sommer, denn genau das sind die Tage an denen ich gerne draußen bin und die frische Luft und den Duft der Natur genießen kann! Mittlerweile gucke ich wirklich auf meiner WetterApp und im Pollenflugkalender welche Tage für mich „günstig“ sind und entscheide mich z. B. genau an diesen Tagen joggen zu gehen. Außerdem versuche ich meine Outdooraktivitäten (dazu gehört auch Gartenarbeit…) möglichst auf den Nachmittag oder frühen Abend zu verlegen. Denn ich weiß dass ich danach müde bin und die Augen und die Nase und eigentlich auch der ganze Körper kribbelt, teilweise juckt und einfach nur Entspannung benötigt! Abends geht das mit der Entspannung immer ein bisschen einfacher als tagsüber. Das heißt ich gehe am liebsten direkt nachdem ich wieder im Haus bin in die Dusche, möglichst mit Haarewaschen (zum Glück habe ich sie mir vor ein paar Wochen ein ganzes Stück kürzer schneiden lassen…) und stecke meine Klamotten direkt in die Wäsche bzw. deponiere sie auf keinen Fall im Schlafzimmer sondern im Bad.

Meine jüngere Tochter spielt Fußball und ich bin am Wochenende gerne bei den Spielen dabei. Allerdings liegt der Sportplatz bei den Heimspielen umringt von Weiden und Birken…. momentan also nicht so ideal! Wenn ich vormittags mit zum Fußballspiel gehe heißt das dann auf jeden Fall für mich, dass ich mir für den restlichen Tag keine Gartenarbeit oder sonstige Outdooraktivität vornehme. Das fällt mir übrigens auch nicht immer leicht und ich wünsche mir dann schon manchmal ich wäre „belastbarer“ aber letztendlich ist es eben so und solange ich nicht anfange mich mit anderen zu vergleichen ist es auch nicht schlimm! Wie hat der Liebste vor ein paar Woche zu mir gesagt, als ich schweren Herzens auf etwas verzichtet habe (ich weiß schon gar nicht mehr was es war, also kann es gar nicht so wichtig gewesen sein…)

„Es ist okay und überhaupt nicht schlimm, das ist doch jedes Frühjahr so, du vergisst es nur immer wieder...“

Ich finde, wir brauchen also dringend ein paar „Gegenaktivitäten“ sodass man sich bei schönem Wetter und Pollenalarm gut und gerne in geschlossenen Räumen aufhalten kann! Neben meinen üblichen liebsten Freizeitbeschäftigungen dem Lesen und Podcast hören finde ich es immer wieder eine gute Idee diese Tage z. B. für einen Museumsbesuch zu planen – klingt jetzt vielleicht komisch ist aber ernst gemeint! Als Landei komme ich nicht so häufig dazu Museen zu besuchen, mag es aber sehr, sehr gerne. Bin ich in einer fremden Stadt, so schaue ich immer nach Museen die mich interessieren und es ist besonders auch an heißen Sommertagen immer eine schöne Alternative durch meist leere und gut klimatisierte Museumsräume zu schlendern… also auf jeden Fall ideal für uns Pollenallergiker!

Was sind eure liebsten Indooraktivitäten? Ich freue mich sehr auf neuen Input – es ist zwar Regen gemeldet, aber der nächste Pollenalarm kommt bestimmt!

Liebe Grüße Daniela