Kleine Geschichte über einen ganz normalen Wochenendausflug mit der Familie…

Was meint ihr? Geht es mir auf dem Foto gut oder schlecht? Bin ich entspannt oder angespannt?

Ich mag das Foto sehr gerne, aber der Frau, die ihr darauf seht, geht es in diesem Moment gar nicht gut…

Sie ist mit ihrer Familie unterwegs – neben dem Mann und den Töchtern sind da noch die Eltern, die Schwester, der Schwager, die Nichten und die Tante. Sie versucht gerade sich eine kleine Auszeit zu gönnen, einen Moment für sich alleine ohne das ständige Geplapper der Anderen. Tief Einatmen und Ausatmen, denn sie muss gleich mit auf’s Schiff – was sie gar nicht gerne mag – und zu allem Überfluss sieht es so aus, als würde eine Gewitterfront kommen und davor hat sie regelrecht Panik!

Die Sache mit der Panik vor dem Gewitter ist eine eigene Geschichte, doch die Frau möchte kein Spielverderber sein und deshalb mit den Anderen auf’s Schiff und ja, sie verbringt normalerweise gerne Zeit mit ihrer Familie…

Aber in diesem Moment ist ihr alles zuviel, am liebsten wäre sie zu Hause geblieben, denn das Gefühl von Panik kam in den Wochen vorher schon so oft bei ihr hoch. Sie ist trotzdem mitgegangen und hat ihre Gefühle wieder mal so gut und so lange wie möglich unterdrückt. Schließlich ist sie kein Spielverderber…

Das Gewitter und der Starkregen sind gekommen und die Frau hat sich ein ruhiges Plätzchen zusammen mit ihrem Liebsten gesucht. Er ist der einzige Mensch, der es schafft sie durch seine ruhige Art und Weise durch diese Angst und Panik zu begleiten. Sie weiß, dass nichts Schlimmes passieren wird, aber ihr Körper spielt verrückt und die Gefühle lassen sich nicht mehr kontrollieren. Sie zittert und ihr ist gleichzeitig heiß und kalt und sie kann sich überhaupt nicht mehr konzentrieren.

Zuhause bzw. im sicheren Hotelzimmer geht es der Frau langsam besser, doch nicht gut genug, um gemeinsam mit den Anderen zu Abend zu essen, Hunger hat sie eh keinen. Sie ist müde und k.o., denn Angst und Panik sind anstrengend und außerdem soll es morgen mit der S-Bahn in die nahegelegene Großstadt gehen. Dafür braucht sie wieder Kraft und Energie.

Im Grunde ihres Herzens hat sie so gar keine Lust auf die geplante Stadtfühtung. Sie erkundet Städte und Landschaften lieber alleine, zu zwei oder in einer kleinen Gruppe ohne Führer. Da kann sie sich Zeit nehmen, für das was sie interessiert, Pausen einlegen und Wissenswertes gegebenenfalls einfach später nachlesen. Das macht sie immer so und nimmt sich dafür gerne Zeit.

Die Stadtfühtung sagt sie kurz vor Beginn ab, sie merkt schon die aufsteigende Panik und läuft lieber alleine mit dem Liebsten durch die Stadt. Doch leider lässt sich nicht alles unterdrücken und die Angst und Panik macht sich wieder breit, denn ihr ist alles zu laut, zu hell und zu viel in der großen Stadt. Sie zittert, sie friert und schwitzt gleichzeitig aber am schlimmsten ist, dass sie nicht weinen kann….

Die Fahrt mit der S-Bahn zurück ins Hotel möchte ich kein zweites Mal erleben. Es war der reinste Horror und ich danke dem Liebsten und den Mädels, dass sie für mich da waren!

Diese Geschichte ist ein gutes halbes Jahr her. Ich weiß, dass ich mich heute anders verhalten würde, da ich mittlerweile auch mal gerne ein Spielverderber bin…

Was mich alles zum Umdenken gebracht hat und wie ich das geschafft habe, erzähle ich bald. Denn ich weiß über Angst und Panik spricht zwar niemand gerne (deshalb schreibe ich lieber…) gibt es aber viel häufiger als wir vermuten würden!

Liebe Grüße Daniela