Inseln schaffen…

Manchmal bin ich gerne unter Menschen, ich mag es durch die Fußgängerzone zu schlendern, im Café, Restaurant oder im Biergarten zu sitzen und ich bin gerne Gast oder auch Gastgeber, wenn es etwas zu feiern gibt – oder auch einfach so ohne Grund…

Allerdings ist meine „Genuss-Spanne“ meist viel kürzer als bei anderen. Mein sensibles Gehirn nimmt so viele Reize – Dinge und Emotionen – wahr, verarbeitet und analysiert diese gleichzeitig, sodass wir beide (mein Gehirn und ich) schnell überfordert sind und eine Pause benötigen!

Mittlerweile kenne ich mich und meinen Kopf ganz gut und weiß, wie wichtig diese kurzen Pausen für uns sind. Mir diese kurzen Pausen zu gönnen, nenne ich „Inseln schaffen“, kleine Auszeiten im Alltag, um bewusst inne zu halten, achtsam zu sein und mich auf MICH zu konzentrieren.

Ich bin nicht unbedingt die typisch still in der Ecke sitzende Introvertierte, die ihren Mund nicht aufbekommt. Nein, ich mag Smalltalk manchmal sogar recht gerne, kann auf Menschen zugehen und mich unterhalten. Wichtig für mich ist, dass ich die Möglichkeit habe, mich zurück zu ziehen, wenn ich merke dass mein Kopf wieder Karussell und Achterbahn gleichzeitig fährt. Ja, und mir dann kleine Inseln schaffen kann, die das überforderte Gehirn braucht, zum Innehalten und Auftanken von Energie und Sauerstoff.

Am besten geht das in einer reizarmen Umgebung. Deshalb gehe ich wenn mal wieder viel um mich herum los ist einfach mal so auf Toilette – suche quasi das stille Örtchen, auch wenn ich nicht dringend muss – wasche mir danach bewusst lange die Hände und trockne diese langsam ab – einer meiner kleinen Inselmomente…

Wenn mir Gespräche auf einer Feier zu viel werden – mein Kopf schon zu viel Input hat und kein Speicherplatz mehr frei ist – gehe ich raus aus der Situation und laufe ein paar Schritte, schaue mir etwas an, stelle mich zum Liebsten (da kann ich auch einfach mal so stehen ohne mich am Gespräch beteiligen zu „müssen“) oder helfe z. B. in der Küche.

Solche einfachen, alltäglichen Beschäftigungen wie Spülmaschine ein- und ausräumen schenkt mit und meinem Kopf Klarheit und Struktur, wir müssen dabei nicht nachdenken, die Hände arbeiten automatisch und somit haben wir wieder eine kleine Insel für uns geschaffen.

Hinzu kommt, dass ich absolut schlecht in Multitasking bin – sowas ist der Supergau für mich und ich kann mich letzendlich auf gar nichts richtig konzentrieren, da ich Reize so schlecht filtern kann und auch vermeintlich unwichtigen Dingen zu viel Raum und Zeit schenke. Ich weiß, dass mich solche Situationen überfordern und vermeide sie auch so gut es geht. Aus diesem Grund läuft bei mir zuhause oder im Auto selten das Radio und ich unterhalte mich auch sehr ungerne während ich esse…

Umso wichtiger sind mir meine kleinen Inseln, mich bewusst darauf zu konzentrieren, wie mein Essen schmeckt, mir eine kleine Auszeit gönnen wenn ich Gesprächen nicht mehr folgen kann oder ein paar Minuten draußen an der frischen Luft verweilen und dem Vogelgezwitscher lauschen…

Diese kleinen Inseln können wir uns auf so vielfältige Art und Weise schaffen. Es können nur kurze Momente sein, die nicht viel Zeit kosten, sondern nur ein bisschen Übung und Achtsamkeit, sodass wir sie bewusst wahrnehmen und genießen…

Liebe Grüße Daniela

3 Antworten auf „Inseln schaffen…

  1. Wunderbar beschrieben. INSELN schaffen, jawohl Inseln sind soo wichtig … und gut dass du dir das so gönnst. gerade in der heutigen Zeit.Ich habe auch eine ganze Reihe schöner Inseln. Danke. L.G.liesa

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