Glücksmomente…

Seit einigen Jahren schreibe ich regelmäßig meine täglichen Glücksmomente in ein kleines Büchlein. Das kann ein wunderschöner  Sonnenaufgang am Morgen, ein Lächeln oder ein paar nette Worte von einem lieben Menschen aber auch die Joggingrunde oder Yogastunde sein. Was ich allerdings am meisten in meinem Büchlein lese, sind Glücksmomente in Verbindung mit leckerem Essen…  Soulfood – ja, Essen macht glücklich und tut der Seele gut! Das bedeutet nicht, dass Essen immer gesund oder ungesund sein muss. Die Mischung macht es aus. Das ist für mich intuitives Essen. Ich höre auf mein Bauchgefühl und esse, was mir guttut!
Doch genau das hatte ich vor etwa 10 Jahren verloren… Ständige Kopfschmerzen und Magen- Darmprobleme gehörten zu meinem Alltag. Leider habe ich zu häufig zu Medikamenten gegriffen, denn die sind eine schnelle und einfache Hilfe, anstatt mich näher mit meinen Ernährungsgewohnheiten auseinanderzusetzen. Ich war ein Nutellajunkie und habe häufig auf Convenienceprodukte zurückgegriffen, da ich nach der Arbeit möglichst schnell etwas auf den Tisch zaubern wollte…. Nachdem durch eine Heilpraktikerin eine wirklich lange Liste von Allergien und Intoleranzen bei mir festgestellt wurden, war ich geschockt. Ich hatte das Gefühl, nichts mehr essen zu dürfen. Keine Milchprodukte, kein Weizenmehl, keine Hühnereier und auch auf etliche Obst- und Gemüsesorten sollte ich verzichten. Das war erstmal hart, aber nach und nach konnte ich feststellen, dass es mir mit dem Meiden dieser Lebensmittel besser geht und so fiel mir der Verzicht immer weniger schwer. Dadurch, dass ich meine Ernährung umstellen musste, habe ich viele Lebensmittel ausprobiert und kennengelernt, um die ich vorher einen großen Bogen gemacht habe. Hirse, Quinoa, Amaranth, Cashews, Sonnenblumen- und Kürbiskerne, Haferflocken und Kokosmilch habe ich immer im Vorratsschrank. Dinkelmehl benutze ich standardmäßig und variiere auch gerne mit anderen Mehlsorten, die ich allerdings nicht immer vorrätig habe. Ich verzichte nicht auf Zucker, süße aber alternativ sehr gerne mit Honig, Ahornsirup, Datteln oder Kokosblütenzucker. Und auch wenn ich mich sehr oft vegetarisch ernähre, esse ich ab und zu auch gerne Fleisch und Wurst.

Bis vor einiger Zeit habe ich gedacht, dass ich gerne über gesundes und leckeres Essen bloggen würde. Doch dann ist mir immer mehr klar geworden, dass ich gar nicht der Typ bin, der 100% nach Rezept kocht. Ich probiere gerne aus, gucke was ich vorrätig habe oder saisonal und regional einkaufen kann und so macht es mir wirklich Spaß zu kochen. Es muss nicht immer perfekt sein, aber es soll lecker schmecken und ein gutes Gefühl geben. Das kann ein vegetarisches Gericht genauso wie ein Kuchen mit dicken Schokoguss! 

Und ja, ich esse immer wenn ich Hunger habe… da ich sonst sehr schnell hangry werde! Meine Familie kennt das mittlerweile und weiß, dass ich von einer Minute auf die andere sehr hungrig werden kann und damit ist nicht zu spaßen! Ein zweites Frühstück ist für mich unter der Woche Pflicht und manchmal brauche ich auch kurz vor dem Abendessen noch einen Snack, obwohl es nachmittags schon etwas Süßes gab…. Regelmäßiges Essen macht mich ausgeglichen und mein Körper dankt es mir. 

Ihr müsst also nicht immer all die tollen Rezepte, die ihr in Büchern oder Zeitschriften findet exakt nachkochen und vorher alle Zutaten einkaufen – da vergeht mir oft schon die Lust… ich kaufe ein Produkt, weil ich den Bruchteil davon für ein Rezept brauche und der Rest verschwindet auf Nimmerwiedersehen im Schrank! Nein, ändert und passt Rezepte so an, dass sie für euch passen. Benutzt eure Lieblingszutaten und probiert auch mal was Neues aus. Lasst euch inspirieren, aber kauft und esst keine Lebensmittel weil sie als Wundermittel beschrieben werden aber euch gar nicht schmecken! Verwendet möglichst frische und unverpackte Lebensmittel. Dies ist nicht immer möglich aber ein absolutes no-go ist z. B. für mich Wurst und Fleisch in Plastikverpackungen. Auch Käse kaufe ich immer mehr unverpackt frisch an der Theke. Es sind nur kleine Schritte, aber wenn wir alle ein bisschen aufmerksamer einkaufen können wir zusammen Müll vermeiden… 

Zum Schluss… hört auf euer Bauchgefühl, seid kreativ in der Küche und lasst es euch gutgehen! Ich wünsche euch ganz viele wohlige Glücksmomente….

Liebe Grüße Daniela 

Über Herbstliebe und warum ich mich manchmal so gerne verstecke…

Schon als ich ein kleines Mädchen war, ist der Herbst meine liebste Jahreszeit gewesen. Das lag bestimmt auch daran, dass ich im November Geburtstag habe. Aber auch den Martinsumzug mit Laternen habe ich immer ganz besonders gerne gemocht. Licht in das Dunkle zu bringen verbinde ich mit einer ganz besonderen Atmosphäre. Es schenkt Wärme, verbindet und trotzdem schützt es uns und gibt die Möglichkeit ganz für uns alleine anzukommen und Ruhe zu finden.

Viele Hochsensible verbindet eine ganz besondere Liebe zum Herbst. Ich bin mir sicher, das hat vor allem mit dem Suchen und Finden nach Ruhe und Stille zu tun. Der Sommer ist uns oft zu aufregend. Klar genießen auch wir die Sonne, Schwimmen im Badesee und erfreuen uns an den lauen Sommerabenden. Aber es ist immer so viel los, die Tage sind lang und wollen ausgenutzt werden. Es gibt so viele Möglichkeiten, was man alles unternehmen kann und das macht es uns oft schwer, die nötige Zeit und Ruhe zu finden, die wir für uns alleine benötigen.

Ja, wir verstecken uns gerne mal… und das ist im Herbst so viel einfacher! Die Tage werden kürzer und es ist ja auch so gemütlich auf dem Sofa unter der Decke mit einer Tasse Tee und dem Lieblingsbuch! Ich bin gerne mit Menschen zusammen aber ich brauche diese me-time, um Kraft und Energie zu tanken. Für mich und für viele Hochsensible können Familienfeiern ganz schön anstrengend sein, sodass wir uns danach quasi wie verkatert fühlen ohne einen Schluck Alkohol getrunken zu haben. Das hat nichts damit zu tun, dass wir nicht gerne mit unserer Familie oder unseren Freunden zusammen sind. Doch die vielen ungefilterten Reize und Stimmungen, die wir wahrnehmen, bringen unser Gehirn dazu, nicht mehr adäquat arbeiten zu können und um das Chaos im Kopf zu besänftigen, benötigen wir Zeit und Ruhe. Deshalb sind wir meist eine der ersten, die sich verabschieden und nachhause gehen. Ja, und das hat dann auch nichts damit zu tun, dass es uns nicht gefällt, sondern dass unsere Akkus schneller leer werden und wieder aufgeladen werden müssen.

Nun aber noch mal zurück zur Herbstliebe – was mag ich am Herbst so besonders gerne…

  • die bunten Blätter an den Bäumen und das Laub durch das man so herrlich spazieren kann
  • nebelige Vormittage und das tolle Licht, wenn es die Sonne endlich schafft und den Nebel langsam verschwinden lässt
  • die klare und angenehme Luft, die mich als Heuschnupfenallergiker so frei und unbeschwert atmen lässt
  • Äpfel und Birnen ernten und zu leckeren Naschereien wie Kompott, Crumble, Strudel oder Muffins und Kuchen zu verarbeiten
  • Soulfood kochen – Suppen, Eintöpfe, Risotto und verschiedene Aufläufe mit dicker Käsekruste
  • das Knistern und die Wärme des Holzofens
  • nach einem Spaziergang nachhause kommen und gemütlich im Kerzenschein Kaffeetrinken und Kuchenessen
  • kuschelig auf dem Sofa unter der Decke ein schönes Buch lesen oder auch einfach nur die Lieblingsmusik laufen lassen
  • endlich wieder Mütze und Strickjacke anziehen zu können… ich liebe es!

Macht es euch gemütlich und genießt die Zeit, die ihr alleine und mit euren Lieblingsmenschen verbringt!